UPDATE: EnEV 2014 und 2016 – Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Ab dem 01. Januar 2016 hat die EnEV 2014 einen noch höheren Energiestandard für Neubauten eingeführt, auch bekannt unter der Bezeichnung “EnEV 2016”. Mit der EnEV 2014 hat der Bund die EU Richtlinie von 2010 teilweise umgesetzt; mit der EnEV 2016 gelten verschärfte Vorgaben für neu errichtete Gebäude. Lesen Sie im Folgenden über die wichtigsten Eckdaten der EnEV und vergleichen Sie EnEV 2014 – 2016 miteinander.

EnEV 2016 Neubau: Anforderungen für Energieeffizienz und Wärmeschutz erhöht

Der erhöhte Standard für Neubauten, d.h. für neu errichtete Gebäude, betrifft die Energieeffizienz des Gebäudes insgesamt und den Wärmeschutz der Gebäudehülle. So sinkt durch die EnEV 2016 im Vergleich zur EnEV von 2014 der höchstzulässige Jahres-Primärenergiebedarf um weitere 25 Prozent. Der Energiebedarf umfasst die Energie, die zum Heizen, Wassererwärmen, Lüften und Kühlen benötigt wird. Bei Nutzbauten gehört zusätzlich die Energie für die Beleuchtung dazu. Der mittlere Wärmeverlust der Gebäudehülle, der maximal erlaubt ist, sinkt in der EnEV 2016 verglichen mit der EnEV 2014 um weitere 20 Prozent.

EnEV 2016 Bestandsgebäude: Keine neuen Anforderungen

Auch wenn viele gegenteilige Behauptungen im Umlauf sind: Im Vergleich zur EnEV 2014 stellt die EnEV 2016 keine neuen Anforderungen an die Besitzer von Bestandsimmobilien. Auch bei großflächigen Erweiterungen oder Ausbauten mit gleichzeitiger Heizungserneuerung gelten nicht unbedingt die Vorgaben von 2016 für Neubauten.

Folgende Nachrüstvorgaben stellt die EnEV 2014 bereits an die Eigentümer von Bestandsgebäuden:

  • Alte Heizkessel müssen unter Umständen erneuert werden
  • Ungedämmte Heizungsleitungen müssen gedämmt sein
  • Ungedämmte Warmwasserleitungen müssen gedämmt sein
  • die obersten Geschossdecken müssen gedämmt sein

Haben Sie Fragen zu der Verordnung oder möchten Sie wissen, ob Sie die Verordnung in allen Punkten erfüllen? Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

EnEV 2014: Vorgaben und Energieausweis

Die Bundesregierung hat am 16. Oktober 2013 die Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) mit den Änderungen des Bundesrats-Beschlusses vom 11. Oktober 2013 beschlossen. Die Verkündung der Änderungen erfolgte im Bundesgesetzblatt vom 21. November 2013. Die Neuerungen der Energieeinsparverordnung treten überwiegend ab 1. Mai 2014 in Kraft.

Die Vorschriften der EnEV haben (materiellen) Gesetzescharakter. Ihre öffentlich-rechtlichen Anforderungen unterliegen nicht der Disposition der Vertragsparteien.

Zu den wichtigsten Änderungen der EnEV 2014 zählen:

a)       Die wichtigsten Änderungen zum Energieausweis sind:

  • Neuskalierung mit Angabe von Energieeffizienzklassen im Bandtacho.

b)      Hausbesitzer müssen bis 2015 Öl- und Gasheizungen, die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, gegen moderne Heizsysteme im Gebäude austauschen. Für einige Altanlagen gibt es Ausnahmen.

  • Vorlagepflicht bei Vermietung und Verkauf bis hin zu Pflichtangaben zur Energieeffizienz bei Immobilienanzeigen.

c)       Verschärfung der Anforderungen an den Primärenergiebedarf von Neubauten in einer Stufe um 25 %, ab dem 1. Januar 2016.

d)      Verschärfung der Anforderung im Neubau an die Mindestqualität der Gebäudehülle, um durchschnittlich 20 % ab dem 1. Januar 2016.

e)       Verpflichtung der Bundesländer zu Stichprobenkontrollen der Energieausweise, der Einhaltung der EnEV-Neubauanforderungen und der Berichte über die Inspektion von Klimaanlagen.

f)       Zusätzliches vereinfachtes Nachweisverfahren für Wohngebäude das sog. Modellgebäudeverfahren (auch EnEV Easy genannt, ist an enge Kriterien gebunden). Die maßgeblichen Vorschriften zum Modellgebäudeverfahren finden sich in § 3 Abs. 5 EnEV 2014. Danach kann bei nicht gekühlten Wohngebäuden auf detaillierte Berechnungen verzichtet werden, wenn das Gebäude den im Bundesanzeiger amtlich bekannt gemachten Voraussetzungen einer dort im Einzelnen beschriebenen Gebäudegruppe entspricht.

Thermal Image of the House - EnEV 2014 2016

 

Bei Verkauf und Neuvermietung ohne vollständigen, korrekten oder zulässigen Nachweis drohen Bußgelder bis zu 15.000 Euro. Für die Durchführung des Ordnungswidrigkeitsverfahrens und Verhängung der Bußgelder ist in den meisten Bundesländern die untere Bauaufsichtsbehörde zuständig.

Inhaltliche Grundlage des aktuellen Beschlusses ist die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (2010/31/EU). 

Diese sieht für den kommenden Energieausweis vor:

  • Mieter oder Käufer müssen eine Kopie des Energieausweises vorgelegt und bei Vertragsabschluss ausgehändigt bekommen (§12(2) der Richtlinie).
  • In kommerziellen Anzeigen muss bei Vermietung oder Verkauf der Kennwert der Gesamtenergieeffizienz und des Primärenergieverbrauchs genannt werden (§12(4) der Richtlinie).
  • Verbrauchs- und Bedarfsausweis: Beide Formen sind weiterhin möglich. Modernisierungsempfehlungen: In den Ausweisen sind wirtschaftliche Maßnahmen zur Verbesserung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes und der Einzelbauteile zu benennen.
  • Aushangpflicht: In öffentlichen Gebäuden mit mehr als 500 m² (ab 8. Juli 2015: 250 m²) Nutzfläche muss ein vorhandener Energieausweis ausgehängt werden.
  • Als Nachweisverfahren sollte die DIN 4108 auch im Wohngebäude ganz von der DIN 18599 abgelöst werden. In der beschlossenen Fassung der EnEV bleibt das Nachweisverfahren der DIN 4108 mit DIN 4701-10 für Wohngebäude gültig. Mit dem sogenannten Modellgebäudeverfahren wird sogar ein vereinfachtes drittes „Nachweis“ verfahren eingeführt.

Energie sparen. Haus mit Wärmebild Kamera - EnEV 2014 2016
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